Der "Echte" und der "Fake"

Es war einmal...Der erste Labradoodle (Kreuzung zwischen einem Labrador und einem Großpudel)wurde in Australien gezüchtet. Sein Ziel war es, die positiven Eigenschaften des Pudels und des Labradors zu kombinieren, um so einen allergiefreundlichen Blindenführhund zu züchten. Der „Erfinder“ Wally Conron züchtete einige Generationen Labradoodles. Später wurden andere Rassen mit eingekreuzt (Irischen Wasser-Spaniel, Amerikanischen, Englischen Cocker-Spaniel).In den Ursprung-Pedigrees findet man sicherlich den Irish Water Spaniel, ist aber in den heutigen Generationen nicht mehr aufzufinden, so dass die genetische Zusammenstellung eines ALD, die Hybridhunde Labradoodle, die Cocker- Rassen, sowie den Pudel beinhalten.  Zuchtziele beim ALD waren und werden heute noch fortgesetz: der ALD besitzt weiches, nicht- haarendes Fell, was in einem gewissen Maße allergikerfreundlich ist. Die Fellstrukturen liegen zwischen wavy und curly. Die Wesenszüge vom ALD eignen sich zur Ausbildung eines therapeutischen Begeitshund, wo es aber an erster Stelle wunderbare Familienhunde sind.

Die meisten deutschen Labradoodles sind eine Verpaarung zwischen einem Pudel und einem Labrador, also KEINE ALD. Sie sind nicht als Rasse anerkannt und werden als Hybridrasse bezeichnet, auch noch Designerdogs benannt.Es gibt unterschiedliche Zuchtformen und  so unterscheidet sich das Aussehen sowie das Haaren im Bezug auf die Kreuzung.

Eine Verpaarung Pudel X Labrador ist ein Labradoodle-origin auch noch LO bezeichnet.

Ein ALD, australian Labradoodle, beinhaltet die oben genannten Rassen! Ein ALD hat KEINEN australian Shepherd in den Vorfahren. Leider wird oft in Internet Portalen die Verpaarung Pudel x australian Shepherd als australiEn Labradoodle vermarktet. Das ist eine Lüge, weil diese Verpaarung Aussie-Doodles ergibt und nicht im Geringsten etwas mit dem ALD zu tun hat, verkaufstechnisch aber bei den Interessenten super ankommt! Um sich zu schützen ersetzen viele dieser Züchter das "a" bei australian durch ein "e"!

 

 

Warum eine neue „Rasse“? Sinn und Unsinn von Zucht!

Warum eine neue „Rasse“? Sinn und Unsinn von Zucht!

Im FCI gibt es zirka 400 Rassen und eigentlich müsste jeder zukünftige Hundebesitzer die passende Rasse finden. Warum geht man dann auf den Weg und „erfindet“ einen Hybridhund durch Verpaarungen von 2 unterschiedlichen Stammrassen?

Zucht war und ist bis heute immer eine Weiterentwicklung gewesen. Zucht ist kreativ und so zu sagen alle heutigen Rassen sind aus der Verpaarung von 2 bis 3 Stammrassen entstanden. Zucht bemüht sich Rassen zu verbessern, Rassen neu zu beleben, Zucht ist lebendig und warum sollte das auf einmal aufhören?

Beispiele für gezielte Kreuzungen, die heute anerkannt sind:

Eurasier aus: zwei nordischen Rassen und Chow Chow
Pudelpointer aus: Pudel und Pointer
Flat coated Retriever aus : Labrador, Setter und Collie
Golden-Retriever aus: Labrador, Setter und Kuvac
Eurasier aus: zwei nordischen Rassen und Chow Chow

Im 17 Jh. hießen alle wasserfreundlichen bärtigen Hunde Barbet. Erst viel später trennte man den Pudel und den Griffon als eigene Rassen heraus. Da solche Hunde schon sehr früh dokumentiert wurden, gilt der französische Wasserhund als Vorfahre aller europäischen Wasserhunde, einschließlich des Pudels. Zur Wiederbelebung der beinahe ausgestorbenen Rasse wurden Pudel eingekreuzt, so dass es heute unterschiedliche Typen gibt in dieser anerkannten Rasse.

Das sicherlich größte Problem der Rasse  Mops ist, neben einer ganzen Menge anderer Gesundheitsbeeinträchtigungen, seine Rundköpfigkeit, die zu Problemen der oberen Atemwege führen kann. Diese Problematik wird zusammenfassend als brachycephales Syndrom bezeichnet. Der Hund leidet unter Atemnot und es kann in schlimmen Fällen auch zum Kollaps kommen. Viele Züchter dieser Rasse wollten diesem Leiden ein Ende setzen und beschlossen den „Retromops“ wieder zu beleben. Leider war es nicht nicht möglich aus den bestehenden Tiere neue atmungsfähige Hunde zu züchten.

Das züchterische Einbringen gesunder Tiere, einer passenden Fremdrasse, führt den Mops weg vom den züchterischen Extremen der letzten Jahre und zurück zum genetisch reicheren und phänotypisch gemäßigterem Mops, der damit wieder Hund sein kann und darf.

Zucht kann aber auch das Risiko beinhalten, Tiere zu züchten die den menschlichen Ansprüchen entsprechen, nicht aber dem Wohl des Tieres dienen. Hier geht es um die leider anerkannte Qualzucht in vielen Rassen,  da die definierte „Schönheit“ in den Augen der Züchter bestimmte äußerlichen Kriterien beinhalten.  Als Beispiel gilt der Cavalier King Charles wo die großen Augen und die verkürzte Schnauze beliebt sind , weil sie das berühmte „Kindchenschema“ erfüllen – so wirkt auch ein eigentlich ausgewachsenes Tier ewig süß wie ein Welpe. Die Folgen von diesen Zuchtzielen mit  einer Verengung des Kopfes ergeben  Hunde mit einer eingequetschtem Gehirnmasse im Schädel und  die Folgen sind leider oft ein lebenslanges Leiden an Epilepsien.

Viele „veraltete“ Rassen wurden neu aufgebaut. Da der Genpool so eng war, dass Linien nur über Inzucht gezüchtet werden konnten, kommen wir leider heute zum Resultat dass es etliche Rassen gibt, wo Krankheiten in den Linien bestehen, bedingt durch  diese interfamiliären Verpaarungen.

Zucht soll also stets lebendig bleiben, und dazu beitragen eine Rasse zu verbessern, im Sinne eines gesunden Hundes.