Zuchtziele

Charlotte und Tochter Clea

Labradoodle LO (= Labradoodle origin), Australian Labradoodle oder Cobberdog oder australian Labradoodle multigen?

KURZER RüCKBLICK ZUR GESCHICHTE DES LABRADOODLES: Wally Conron der „Erfinder des Labradoodles“ war kein Züchter sondern Trainer von Assistenz- und Therapiehunden, auch „remedial dogs“ für Besuche in Krankenhäuser.Weil einer seiner Klienten Allergieprobleme besaß, beschloss er einen Labrador mit dem nicht haarenden Pudel zu verpaaren. so entstand der erste Labradoodle-Wurf.

Für ihn  waren die Labradoodles /LO, die er gezüchtet hatte, brillant, er hatte niemals und bei keinem von ihnen Probleme mit dem Temperament, sie waren sehr intelligent und einfach zu trainieren. Und dies lag daran, da er die Eltern seiner Welpen sehr sorgfältig auswählte. Das Problem, das er mit den Labradoodles hatte, war ihr Erfolg. Der Labradoodle wurde sehr schnell sehr beliebt, viele Züchter begannen die Zucht ohne irgendwelche Kriterien... die Pudelzüchter weigerten sich wegen der Konkurrenz ihm Hunde zu verkaufen! Viele Vermehrer brachten einfach zwei Hunde zusammen, ohne auf vererbbare Gesundheitsprobleme, Verhalten oder hypoallergene Eigenschaften zu achten. Heute besteht in etwa wieder dasselbe Problem. Auch wenn Wally Conron sich zurückzog, wurde die Zucht erweitert durch Einkreuzungen anderere Rassen (5) und es kam zum Australian Labradoodle. In etlichen Linien wurde dann der Soft coated wheaten Terrier miteingekreuzt. diese Linien distanzieren sich vom ALD, es sind die Cobberdogs.  Cobberdogs und ALD sind übersee anerkannt als Rasse.

In DE ist die Labradoodlezucht „hängen“ geblieben bei Verpaarung von Labrador und Pudel... da kommt dann schnell ein Engpass um Linien aufzubauen! Zuchtziele oder Vereine braucht man nicht weil der Hund eh immer gut verkauft wird und die Käufer leider SEHR blind sind in Bezug auf Untersuchungen oder Abstammungspapiere. Ich will aber hinzufügen dass auch ein Hybridhund Gesundheitsuntersuchungen, Ahnentafel, ZTP, Wurfabnahme... haben soll und mittlerweile gibt es viele Züchter die diesen Weg gehen. Das wäre sicher ein wichtiges Zuchtziel.

Die ALD-Zucht hat sich über die deutschen Grenzen hinweg etabliert... in UK, den Niederlanden, Belgien! Wenn man den Labradoodle weiter züchten will kommt man meines Erachtens nicht am ALD oder Cobberdog vorbei. Das wäre ein wichtiges  Zuchtziel in Bezug auf die Anerkennung  des Labradoodles im FCI,  das heißt eine Verpaarung von LO (labradoodle origin) mit ALD .... eine Infusion vom LO in den ALD. Ich habe mich zu diesem Weg entschieden und seit dem A-Wurf sind in allen Würfen ein gewisser Anteil an ALD's.Es sind australian Labradoodle multigen.

Selbstverständlich ist das A und O in jeder Zucht, die Überprüfung der Gesundheit der Elterntiere. Dies ist für mich so selbstverständlich dass ich das nicht mal mehr erwähne als Zuchtziel. Hier entwickelt sich die Forschung so rasant, dass man als Züchter heute sehr viel Hilfestellung bekommt um am Ball zu bleiben.

Ich züchte keine Minis, sondern Mediums oder Standards. Für mich liegt die optimale Größe beim Labradoodle um die 5o-55cm, mit um die 15-20kg. Kompakter Körperbau, stammige Pfoten, einen runden Kopf, ohne spitze Schnauze, eher rundlich und breit. Größere Hunde sind oft ruhiger als die Minis. Sie sind griffiger im Training weil man sich nicht so tief bücken muss um zu belohnen.

Die Farben können sehr vielfältig  sein. Allerdings gibt es selten dunkle Farben die nicht erhellen oder ergrauen. Das ist für mich aber sehr sekundär. Der aktuelle Trend liegt bei rot und mini... manchmal frage ich mich wann wir beim Toy-Doodle sind. Auch wenn ich eine kräftig rote Hündin besitze, war die Farbe nie ein gesuchtes Ziel. Emely kommt aus einer guten Zuchtstätte, mit untersuchten Eltern, Infusion von ALD, prägende Aufzucht...Wäre sie schwarz oder braun gewesen hätte ich mich auch für sie entschieden.

Auch wenn ich nicht die Meinung vertrete, dass Labradoodles sogenannte hypoallergene Hunde sind, versuche ich auf den Weg zu gehen, nicht-haarende Hunde zu züchten. Das war ein wichtiges Ziel von Ruthland Manor, als sie über Jahren mit Einkreuzungen unterschiedlicher Rassen zum australian Labradoodle gelangte. Mittlerweiler gibt es Tests zu Fellstrukturen die es ermöglichen, zumindenst hypothetisch, zu erfassen welche Elterntiere genetisch zusammenpassen um das "low-shedding" zu züchten! Eine Mutation von verschiedenen Genen kann natürlich nie ausgeschlossen werden.Auch bei dem ALD gibt es immer wieder Hunde die leicht haaren!

Wenn ich einen Wurf plane, stellt der Deckrüde 50% vom Genpool meiner zukünftigen Welpen dar. Sicherlich soll er phänotypisch zu meiner Hündin passen. Wichtiger aber erscheint mir das Wesen des Rüdens. Das sollte immer in einem gewissen Pendant zur Hündin sein. Vor der Planung eines Wurfes rechierche ich über längere Zeit und besuche auch den Deckrüden um mir die Charakterzüge live anzuschauen. Es muss passen! Und meine Hündin soll auch auf natürlichem Weg gedeckt werden, in vollem "Einverständnis" mit dem von mir ausgesuchten Deckrüden.

Selbstverständlich sollte den kleinen Zwergen alles gegeben werden während der Aufzucht. Die 8-9 ersten Wochen in ihrem Leben begleite ich mit Liebe, Fürsorge und Förderung, um wesensfeste und soziale Hunde zu erzielen.An sich ist das beim Labradoodle nicht sehr schwer, da er von Natur sehr menschenbezogen ist, ein hohes "will to please" hat, ein Pfotenhund der sich sehr viel vom Menschen abschaut. Welpenaufzucht fragt nach Zeit, Ruhe, Beobachtung. Eine Welpentestung um die 5-6 Woche soll keine PrÜfung sein, welcher der Welpe besteht oder auch nicht. Es soll mir als Züchter helfen die beobachteten CharakterzÜge zu bestätigen um den Welpeneltern, soweit es geht, ein Bild von ihrem Zwerg zu geben, damit sie wissen auf was sie aufpassen sollen, in der weiterführenden Erziehung in ihrem neuen zu Hause.

Und zuletzt möchte ich noch aufmerksam machen auf das Akronym "doodle" oder "poo".  Ist man in Internet-Portalen unterwegs unterwegs, wird heute in etwa alles mit Pudel verpaart was bellt!!! Das ist absolut grauenvoll und wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Labradoodle, auch Goldendoodle oder Doubledoodle (Verpaarung Goldendoodle x Labradoodle).
Es gibt den Schnoodel: Schnauzer xPudel, den Pugglepoo: MopsX Pudel, den Doxiepoo: DackelxPudel, den Schipoo: ShitsuXPudel, den Westipoo: WestieX Pudel, den Cavapoo: Cavalier King Charles X Pudel, den Tollerdoodle: Duck Novia Toller Retriever X Pudel, den Maltipoo: Malteser x Pudel... und sicherlich gibt es noch mehr... mein letztes Update ist wahrscheinlich nicht vollbracht!!!
Dass die Pudelzüchter sich über das ganze Gedoodels so aufregen, verstehe ich voll und ganz. Diese Verpaarungen enthalten einfach das Akronym „doodle“ oder "poo" und schon werden die Welpen als liebevolle,süße ,familienfreundliche und allergikerfreundliche Anfängerhunde vermarktet. Da ist aber kein Züchter dabei der sich ernsthaft Gedanken macht zu Zuchtzielen oder Wesensfestigkeit dieser einmaligen Verpaarungen... es geht um VERKAUFEN! Sicher sind auch die Käufer daran schuld, weil leider kaum hinterfragt wird, was im Hund steckt: Hauptsache – doodle. Der Labradoodle ist ein fantastischer Hund, eine sehr junge Zucht, die es verdient erweitert zu werden, sinnvoll und verantwortungsvoll! Und jeder seriöse Züchter sollte doch als Weitblick haben dass dieser Hybridhund einmal als Rasse anerkannt wird!

Der Labradoodle ist an sich eine Gebrauchskreuzung, so war es das Ziel von Conron. Eine Verpaarung von 2 Rassen, wo die positiven Eigenschaften der 2 Rassen durchschlagen sollen: an sich das nichthaarende Fell vom Pudel und die hohen sozialen Kompetenzen vom Retriever. Im Internet und in den sozialen Medien erregte Wally Conron viel Aufsehen, weil er zu seiner Zeit eine Lawine ausgelöst hatte, die Welle der Designerdogs, die als Grundbewegung alles mit Pudel verpaaren was bellt. Er bedauert heute sein „Experiment“. Das Prinzip vom Designerdog aber unterscheidet sich vom Mischling. Designerdogs werden gezüchtet mit einer gezielten und überlegten Auswahl der Elterntiere. Sind diese Tiere dann auch vernünftig untersucht, spielt bei den Nachkommen der Heterosiseffekt, eine allgemeine bessere Vitalität der Nachkommen. Und so werden die Designerdogs dann oft Konkurrenten von den Rassehunden. Die Idee von Ruthland Manor weitere Rassen einzukreuzen war meines Erachtens wunderbar. Mit viel Recherchen hat sie im Wesen und Phänotyp den australian Labradoodle geschaffen. Um zu verhindern, dass eine neue Lawine ensteht wo ihre Überlegungen und Taten in der Zucht falsch weiter geführt werden, wurden die Welpen schon früh kastriert. So behielt sie die Exklusivität dieser neuen Rasse. Leider bringt das aber auch wiederum mit sich, dass der Genpool der Zuchthunde sich einschränkt. In wie fern auch hier mit Selektion und Homozygotierung Inzucht betrieben wurde, kann ich nicht behaupten, ausschließen ebenfalls nicht. Inzuchtschäden kommen oft in späteren Generationen hervor, Inzuchtschäden zeigen sich durch neue Erkrankungen, ein Verlust der Vitalität, autoimmun Erkrankungen…

 

Zum Schluss dann noch ein Wort zum australian Labradoodle multigen

Im Internet und in den sozialen Medien erregte Wally Conron in letzter Zeit viel Aufsehen, weil er zu seiner Zeit eine Lawine ausgelöst hatte, die Welle der Designerdogs, die als Grundbewegung Haben in der Zucht exklusive Hunde zu "produzieren". Er bedauert heute sein „Experiment“. Das Prinzip vom Designerdog aber unterscheidet sich vom Mischling. Designerdogs werden gezüchtet mit einer gezielten und überlegten Auswahl der Elterntiere. Sind diese Tiere dann auch vernünftig untersucht, spielt bei den Nachkommen der Heterosiseffekt, eine allgemeine bessere Vitalität der Nachkommen. Und so werden die Designerdogs dann oft Konkurrenten von den Rassehunden. Die Idee von Ruthland Manor weitere Rassen einzukreuzen war meines Erachtens wunderbar. Mit viel Recherchen hat sie im Wesen und Phänotyp den australian Labradoodle geschaffen. Um zu verhindern, dass eine neue Lawine ensteht wo ihre Überlegungen und Taten in der Zucht falsch weiter geführt werden, wurden die Welpen schon früh kastriert. So behielt sie die Exklusivität dieser neuen Rasse. Leider bringt das aber auch wiederum mit sich, dass der Genpool der Zuchthunde sich einschränkt. In wie fern auch hier mit Selektion und Homozygotierung Inzucht betrieben wurde, kann ich nicht behaupten, ausschließen ebenfalls nicht. Inzuchtschäden kommen oft in späteren Generationen hervor, Inzuchtschäden zeigen sich durch neue Erkrankungen, ein Verlust der Vitalität, autoimmune Erkrankungen…

Ich bin ein sehr kleiner Liebhaberzüchter und mit knapp einem Wurf im Jahr werde ich die Hundezucht nicht revolutionieren. Ich muss gestehen, dass ich noch immer fasziniert bin vom australian Labradoodle purebreed. Ich finde es aber fast unethisch bis zu 10.000 Euro zu zahlen für eine Zuchthündin. Dann auch, aus der Angst heraus, dass die genetische Varianz sich immer mehr einschränkt, habe ich mich entschlossen den australian Labradoodle MULTIGEN zu züchten. Diese Verpaarung ist  vielseitig, die Infusion vom LO (Labradoodle x Pudel) zeigen dass Wesen und Phänotyp sehr nah am purebreed stehen, und trotzdem besteht eine sehr höhere Wahrscheinlichkeit zur Heterozygotierung der Gene, was sich direkt auf die Gesundheit der Hunde niederschlägt. Eine Tabelle zu diesen Einkreuzungen bestimmen die Generationen im australian Labradoodle. Diese sind nicht erfunden und werden von viele Züchtern genutzt um den Genpool im ALD zu erweitern. Es geht hier um den Erhalt und die Erweiterung des Genpools, und etliche Rassen wären heute vielleicht gesünder, oder nicht ausgestorben, hätte man neues Genmaterial über selektive Verfahrung mit einfließen lassen.