Cash im Relax-Modus

Wir starten in die 8. Woche. Langsam fange ich an zu fassen dass bald alle ausziehen und muss mir doch etwas Mut machen. Heute war Alain mit dem Mini-Traktor im Garten unterwegs während die Zwerge im Gehege waren. Toll wie sie reagiert haben... keine Flucht, kein Zittern, nur neugieriges Beobachten von diesem doch komischen Ding. Seit gestern ist Pukka hier. Pukka ist eine Hündin aus dem B-WUrf, Halbschwester der Wusels. Wir haben die Begegnung erstmals durchs Gitter des Welpenzimmers angefangen. Die Kleinen waren doch etwas irritiert einem nicht bekannten Hund zu begegnen. Heute war das aber ganz entspannt, das ganze Rudel war zusammen im Garten.

Welpeneinschätzung

 

Ich danke von ganzem Herzen meiner Trainerin  Sabine  Dahlhausen dass sie sich  die Zeit genommen hast um mir eine erste Welpeneinschätzung zu geben! https://www.tiersinnlich.de/

Dieser kleine „Test“ ist eine Einschätzung was den zukünftigen Besitzern helfen kann, die Erziehung in die eine oder andere Richtung zu steuern. Selbstverständlich können sich die Wesenszüge und das Temperament der Hunde durch sonstige Einflüsse verändern. Es ist eine Momentaufnahme und trotzdem bestätigt es in vielen Punkten das was ich täglich bei den Welpen beobachte. Sie sind alle unterschiedlich. Wenn die Wusels hier ausgezogen sind, darf ich behaupten dass sie ein ausgefülltes glückliches Leben hatten, wo sie viel kennen gelernt haben. Die Prägephase schließt sich mit zirka der 8-9 Woche ab und sie haben alle eine solide Grundausstattung, sie werden aber  noch viel Neues erleben in ihrem zukünftigen Leben und dieses Lernen findet auf sozialer Ebene statt in engem Bezug mit den neuen Besitzern. Die Welpeneinschätzung ist kein Test der bestanden werden muss, es geht lediglich um eine Beschreibung auf unterschiedlichen Ebenen:

  • soziale Orientierung: wie verhält der Welpe sich gegenüber Fremden, in einem Raum den er nicht kennt, ohne das vertraute Rudel.
  • Spielverhalten mit Ball und Futterbeutel (Spielzeug was vom Geruch her attraktiv ist)
  • Assoziationsvermögen: Entwickelt der Welpe erste Strategien um ans Futter zu gelangen (versteckter Pansen unter einem Becher)? ist er kreativ? findet er eine Lösung?
  • Pflegende Dominanz: wie verhält sich der Welpe wenn er von einer nicht vertrauten Person fest gedrückt wird? wie verhält er sich wenn er vorsichtig am Boden auf den Rücken gedreht wird? Rebellisch oder unterwürfig?
  • Selbstschutzinstinkt: wie reagiert der Welpe auf die Höhe/Gefahr wenn er auf einem kleinen Tisch steht?
  • Erschrecken: wie reagiert der Welpe auf lautes, unbekanntes, plötzliches Geräusch?

 

CHARLY

Charly kommt wenig unterwürfig rüber. Er wird hektisch wenn er von Sabine auf dem  Boden in Rückenposition gedreht wird, bleibt aber nicht nachtragend gegenüber einer nicht bekannten Person... er macht danach keinen Fluchtversuch, dieses Unbehagen ist schnell vergessen. Charly exploriert das unbekannte Zimmer behutsam. Er ist interessiert, bleibt aber vorsichtig... er ist nicht draufgängerisch! Er reagiert dann mit etwas Frust, setzt sich hin und winselt leise... das neue Umfeld ist ihm doch etwas ungemütlich. Öfters schaut er auf mich als wolle er sagen: bitte hilf mir doch! Auch draußen wenn er im Gehege bleiben muss und ich mich entferne, reagiert er mit Winseln, manchmal zusammen mit Chanel... Er benötigt  menschliche Präsenz und versucht sein Ziel über Aufmerksamkeit  zu erreichen. Hier ist dann wichtig zu wissen dass man da entgegen steuern kann und dass Charly das Alleinsein, für ihn mit Frust verbunden, progressiv lernen muss. Fängt er also an zu winseln, dann einfach mal ignorieren und erst wenn er sich beruhigt hat, ihm wieder Aufmerksamkeit schenken.

Charly reagiert spielerisch auf den Ball, und der Futterbeutel ist noch attraktiver. Einsetzen von Futter ist  für ihn eine steigernde Motivation. Beim versteckten Futter wird Charly sehr energisch und versucht mit der Pfote den Becher zu kippen um an sein Ziel zu gelangen. Er hat Durchhaltevermögen und Spaß. Man kann keine direkte Strategie erkennen aber er bleibt ziestrebig, bis dass er den Pansen hat.

Beim plötzlichen Geräusch (Schlüsselbund der auf den Boden fliegt) reagiert Charly recht gelassen. Er bewegt sich in Richtung Schlüssel, untersucht ihn und damit ist es erledigt.

Setzt man Charly auf einen Tisch versucht er runter zu kommen. Er bewegt sich vorsichtig an den Rand und würde sich zutrauen aus dieser ungemütlichen Situation herauszukommen. Auch hier wieder leichtes Winseln mit Blick auf den Menschen: Bitte hilf mir doch!

Charly ist ein aufgeweckter, kluger, sehr menschenbezogener kleiner Kerl. Er hat die nötige Vorsicht in sich, wird aber sicher noch lernen müssen mit Frust umzugehen, da er sich viel Aufmerksamkeit wünscht.

CASH

Cash ist sehr neugierig und bewegt sich recht entspannt durch die neue Umgebung. Auch Sabine wird begrüßt. Keine Scheu gegenüber Unbekanntem.

In der pflegenden Dominanz verhält sich Cash ähnlich wie Charly. Es gefällt ihm nicht auf dem Rücken still gehalten zu werden. Er will da raus und jammert. Aber er bleibt danach nicht nachtragend gegenüber diesem Menschen. Kein Fluchtergreifen und Sabine kann weiter arbeiten.

Cash hat ein hohes Spielpotential, versucht den Ball zu ergreifen mit der Schnauze auch mit Hilfe der Pfoten. Er kann sich spielerisch beschäftigen. Beim Einsatz des Futterbeutels, wird Cash dann sehr energisch. Er geht auf den Futterbeutel zu, erfasst ihn mit der Schnauze und bringt ihn zurück zu Sabine. Das ist erstmals Zufall.Bestätigung dieser Aktion durch öffnen des Beutels. Cash darf sich ein Leckerli rausholen. Das Ganze wird wiederholt und Cash „apportiert“ nochmals den Beutel. Er lernt sehr schnell und sieht das Spiel in engem Bezug zum Menschen.

Beim Assoziarionsvermögen strengt er sich an um den Becher zu kippen. Er hat Durchhaltevermögen und es gelingt ihm. Beim 2 und 3. Versuch benutzt er die gleiche Strategie, was eine Bestätigung ergibt zur sehr schnellen Lernfähigkeit. Er erfasst den getrockneten Pansen und zieht sich in einer Ecke zurück unter den Tisch, wo er sich zum Kauen sicher spürt.

Beim Krach mit dem Schlüsselbund bleibt Cash gelassen. Er knabbert weiter am Pansen. Es gibt wichtigeres im Leben als unerwartete laute Geräusche.

Auf dem Tisch, setzt sich Cash erstmals hin. Es ist ihm ungemütlich, er bewegt sich an den Rand und zeigt ein Ansetzten zum Herunterspringen.

Cash ist ein menschenbezogener kleiner Kerl der über das Spiel die Beziehung zum Menschen sucht und viel Durchhaltevermögen hat, ein Nasenbär dem es Freude macht Aufgaben zu bewältigen.


CHANEL

Die Maus ist erstmals in neuer unbekannter Umgebung sehr vorsichtig. Sie bleibt sitzen und schaut sich alles an. Sie überlegt! In der pflegenden Dominanz verhält sich Chanel unterwürfig, sie ist angespannt und kämpft sich nicht aus der Situation heraus. Sie gibt auf, zeigt aber Stress da der Kopf in der Höhe bleibt. Im Spiel mit dem Ball und dem Futterbeutel wird sie dann ganz lebhaft und hat Spaß. Sie lässt sich aber immer wieder ablenken um jetzt das Zimmer in allen Ecken zu erkunden. Hier kommt dann der große Explorationsgeist von Chanel heraus. Genau so ist sie auch im Rudel, immer einen Schritt voraus. Hier sollte sie in ihrem späteren Leben nicht allein gelassen werden damit sie nicht zu selbstsicher wird. Der Mensch sollte die Erkundung mit ihr vollziehen und indirekt Chanel so Grenzen setzen. Beim versteckten Pansen unter dem Topf, entwickelt Chanel erstmals wenig Strategie. Es gelingt ihr zufällig den Becher zu kippen. Sie erfasst den Pansen und scheint eine Art Berechnung zu machen dass es sich doch lohnt sich anzustrengen, denn beim 2.Versuch zeigt sie mehr Arbeitswillen und das Zimmer scheint ihr egal. Sabine legt dann den Pansen zwischen ihre Beine und Chanel zögert nicht sich das Futter unter dem unbekannten Menschen heraus zu holen. Chanel ist eine neugierige menschenbezogene kleine Maus, die meistens immer als erste die Besucher und auch fremde Hunde begrüßt. Sie zeigt viel Vertrauen in 2- und Vierbeiner.

Unangenehme Geräusche lassen sie nicht erschrecken. Auch hier muss sie überprüfen und läuft zum Schlüsselbund um ihn zu untersuchen.

Auf dem Tisch bewegt sie sich bis an den Rand, zeigt aber kein Willen herunter zu springen. Sie ist vorsichtig. Aber vielleicht hat ihr Explorationsgeist ihr schon über all die Wochen gezeigt dass es im Leben auch Gefahren gibt. Das beinhaltet meinerseits dann auch eine gewisse Interpretation.

 

CLEA

Clea, der Faulpelz... und hiermit ist schon fast alles gesagt. Sie ist sehr unterwürfig und zeigt Stress und Angst in der pflegenden Dominanz. Sie wehrt sich kaum, bleibt aber gegenüber Sabine nicht nachtragend. Auf dem Tisch bleibt sie sitzen, es ist ihr unangenehm aber sie wartet ab. Versucht nicht hier runter zu springen... schließlich sitzt der Mensch ja da um ihr da raus zu helfen. Am Spielzeug ist sie interessiert, macht mit ,lustig und etwas aufgeregt. Beim versteckten Pansen versucht sie nicht Strategien anzuwenden um an das Futter zu gelangen. Kommt bisschen so rüber als würde es sich für sie nicht lohnen Futter zu ergattern mit Arbeit und Anstrengung. Sie schaut Sabine an als wolle sie sagen: mach du doch!

Clea ist eine geduldige, gelassene  Hündin, etwas inaktiv und die Reize in der Umwelt scheinen ihr zu diesem Zeitpunkt nicht sehr interessant. so ähnlich ist Clea auch im Rudel... immer ein bisschen hintendran.

Unbekannte plötzliche Geräusche fügen ihr keinen Schreck zu. Sie bleibt cool!

CAYENNE

Die Erstgeborene! In der pflegenden Dominanz, wehrt Cayenne sich. Sie jammert und zeigt viel Durchsetzungsvermögen um hier raus zu kommen. Ähnlich wie bei Cash zeigt Cayenne viel Freude mit dem Spielzeug. Beim versteckten Pansen wendet sie mit der Pfote eine Strategie an um an das Futter zu gelangen. Wird der Futterbeutel geworfen, holt sie ihn und läuft damit zurück zu Sabine. Wiederum Zufall! Die belohnende Bestätigung macht dass sie dieselbe Handlung nochmals wiederholt. Hier zeigt sich dass sie die Kommunikation übers Futter zum Menschen sucht. Sie zeigt schnelle Lernfähigkeit. Anders wie bei Cash nimmt sie den Pansen und kuschelt zwischen den Beinen von Sabine um in Menschennähe daran zu knabbern.

Wir der Schlüsselbund geworfen bleibt auch sie gelassen. Cayenne ist arbeitswillig und zielstrebig mit einem hohen Maß an Bedürfnis beim Menschen zu sein.

Auf dem Tisch wird sie unruhig und auch hier überlegt sie runter zu kommen. Versucht aber nicht zu springen.

Im Rudel ist Cayenne eher zurückhaltend, beobachtet gelassen sehr viel, hält sich auch manchmal zurück bei neuen Reizen.  Diese Hündin hat mich echt erstaunt was ihre Fähigkeiten angehen wenn sie alleine ist und das große Vertrauen das sie in menschliche Beziehungen setzt.

Zur Ernährung und Entwurmung!

Jeder TA wird empfehlen Zuchthündinnen während der Trächtigkeit und kurz vor dem Gebähren chemisch zu entwurmen. Dann gibt es bei den Welpen auch eine Faustregel zur Entwurmung: 2-4-6, manchmal noch 8. Das heißt dass alle Welpen alle 2 Wochen entwurmt werden sollen. Viele Züchter erwähnen das sogar kauftechnisch, als Qualitätssiegel, für einen möglichst keimfreien und sterilen Hund.

Seit Jahren mache ich Kotproben bei meinen Hunden. Seit Jahren sind sie frei von Würmern Kokzidien und Giardiens. Charlotte wurde nicht wie „vorgeschrieben“ entwurmt während der Trächtigkeit. Allerdings achte ich auf eine wurmabweisende Ernährung, und 1-2 im Jahr bekommen meine Hunde Kräuterpillen als Prävention.

Die Wusels wurden nicht entwurmt im Alter von 2 Wochen. Allerdings hatte ich Kotprobe gemacht. Diese war dann auch negativ. Eine Entwurmung in diesem jungen Alter führt immer zu starkem Durchfall und Bauchschmerzen bei Welpen. Ich habe erst im Alter von 4 Wochen und 2 Tagen zugefüttert. Dann erfolgte zum gleichen Zeitpunkt eine 2. Kotprobe. Diesmal ergab der Befund allerdings Spullwurmeier... aber keinen Grund zur Aufregung, weil so das Immunsystem reagieren darf. Ich habe mit einem milden, wenig aggressivem Wurmmittel „enteiert“ Kein Durchfall, keine Bauchschmerzen. Dritte Kotprobe habe ich mit 7,5 Wochen wiederholt. Der Befund ist wiederum negativ, was mich sehr erfreut weil ich nicht zusätzlich zu entwurmen brauche. Wurmeier brauchen zirka 2-3 Wochen um sich zu Parasiten zu entwickeln, so dass bis zum Alter von 12 Wochen jetzt mal Ruhe ist. Ich empfehle allen Besitzern dann wieder Kotprobe zu machen. Gerne stelle ich den Link zu einem Labor zur Verfügung, wo man den Kot einsendet und binnen von 2 Tagen das Ergebniss  per Email hat. Vermeidet den TA-Besuch!

Allgemein leben unsere Hunde in einer vielpraktizierten Sterilität. Das ist oft kontraproduktiv für die Gesundheit des Hundes. Nicht nur regelmässige Wurmkuren gehören dazu, aber auch Medikamente, Antibiotika , jährliche Impfungen, Spot-ons,und oft sehr steriles Futter, mit wenigen bis gar keinen frischen Nahrungsmitteln. Das schlägt sich nieder auf den Darm, verarmt das Milieu. Die guten Bakterien haben es schwer, während die schlechten sich schön  ausbreiten können. Hier besteht dann das Risiko einer Darmschwäche, wo im schlimmsten Fall die Darmschleimhaut durchlässig wird und dann wundert man sich wenn der Hund Allergien hat, chronische Ohrentzündungen...Eine gesunde Darmflora ist beim Hund genau wie beim Menschen das 2. Gehirn und stärkt die Gesundheit des Tieres.

Diesbezüglich rate ich allen Besitzern bis zum Alter von 4 Monaten, morgens Quark, Buttermilch, griechischen Joghurt, weiter zu füttern, weil diese Milchprodukte, außer Kalzium auch viele gesunde Bakterien enthalten, welche die Darmflora weiter unterstützen. Meine Hunde bekommen noch immer 2-3mal die Woche diese Milchprodukte. Auch Getreide ist meines Erachtens nicht schädlich für den Hund. Bitte vergesst nicht ,dass Hunde aus früheren Generationen mit viel Getreide und Milchprodukten aufgezogen wurden, insbesondere Hirtenhunde. Früher gab es kaum tägliches Fleisch für den Menschen, sicher dann auch nicht für den Hund. Getreide wird aber dann schaden, wenn es ein zu einem Ersatzprotein wird im Trockenfutter.