in der Ballkiste...

Es ist was los im Welpenzimmer...

Welpenbeschreibung am Ende der 6.Woche

Zusammen mit meiner Hundetrainerin (http://www.tiersinnlich.de) haben wir die Welpen einzeln gesehen in einem Zimmer wo sie noch nie waren. Hier gilt ganz klar: Bei ersten Welpeneinschätzungen kann es kein Richtig oder Falsch geben. Es handelt sich nicht um eine Prüfung, die bestanden werden muss. Es geht lediglich darum, durch verschiedene Ergebnisse festzustellen, wie der Hund funktioniert um dann in der zukünftigen Erziehung die richtigen Schritte zu machen. Diese kurze Beschreibung schildert den Test, genau wie meine Beobachtungen während diesen ersten 6 Wochen. Es hat mich gefreut dass meine Beobachtungen sehr im Einklang sind mit dem was im Test abgelaufen ist.  

 

Ballspiel: ein Ball wird über eine Schnur bewegt

Futterbeuten: (riecht attraktiv) wird mit einer Schnur bewegt

Futtersuche: Pansen unter einem Becher

Begrenzung: der Hund wird von einer fremden Person körperlich festgehalten und dann auf den Boden gedrückt

Geräusche: der Hund ist beschäftigt und 2 Topfdeckel werden aneinander geschlagen.

Batman kommt als ruhiger gelassener Hund rüber, so wie das von Anfang an auch schon war. Motivation zum Spiel hält sich in Grenzen, er macht schon mit, aber schaut genau hin und überlegt wie es dazu kommt, dass der Ball an der Schnur sich bewegt. Da steckt die Menschenhand dahinter und die ist für Batman dann interessanter. Batman beobachtet viel, überlegt, und entscheidet für sich ob er dann mitmacht. Futtersuche  wird begonnen, dann abgebrochen.  Begrenzung lässt er zu. Auf starke Geräusche reagiert er ohne allzuviel zu erschrecken und versucht es zu klären indem er auf die Geräuschquelle zusteuert.

Batman tendiert seinen Kopf durch zu setzen durch eine Art Selbstsicherheit und Coolness. Hier kann es wichtig sein, dass er in seiner Motivation gefördert wird und dass der Abbruch nicht von ihm entschieden wird, sondern von Herrchen oder Frauchen 

Baloo kommt als pfiffiger explorative kleiner Hund rüber. Er ist sehr motiviert beim Spiel und zeigt schon etwas jagdlichen Trieb beim Anschleichen an den Ball der über die Schnur von der Menschenhand bewegt wird. Er ist sehr flink in seinen Bewegungen und geht zielstrebig auf das Futter zu was unter dem Becher versteckt ist . In der Begrenzung tendiert er zum Winseln und Bellen. Das macht er öfters, auch wenn er gestreichelt werden will... ein kleiner Bettler! Wenn ich am PC arbeite setzt sich Baloo oft neben mich, schaut mich winselt an damit ich ihn auf den Schoß nehme. Hier heißt es ignorieren, weil er ein großes Durchsetzungsvermögen hat. Er sollte auf keinen Fall lernen dass er mit Lauten an sein Ziel kommt. Baloo ist ein Charmeur und Clown zugleich, sehr menschenbezogen.

Betty Boop ist eine beobachtende Hündin die erstmals überlegt ob sie beim Spiel mitmacht. Der rollende Ball wird erstmals auf Distanz, im Sitzen beobachtet, bevor sie auf ihn zugeht. Ähnlich wie bei Batman setzt sie ihre eigenen Prioritäten. Futter ist für Betty Boop sehr wichtig und im Spiel mit dem Futterbeutel ist sie dann hoch motiviert. Da zeigt sie dann ein ganz anderes Verhalten als mit dem Ball. Die Begrenzung lässt sie nicht zu und wehrt sich körperlich mit Bellen. Auch hier heißt es in der Zukunft nicht auf Laute zu reagieren, wenn sie etwas will und sollte von Anfang an lernen mit Frust umzugehen. Auf knallende Geräusche zeigt die Hündin kaum Erschrecken oder Angst. Auch sie sucht die Geräuschquelle und geht auf sie zu. Reize aus der Außenwelt werden mit Neugier wahr genommen.

Bugs Bunny zeigt ein vorsichtiges Spielen. Er muss sich erstmals im Zimmer, wo er noch nie war, alles anschauen. Er lässt sich ablenken durch den Menschen. Bugs Bunny ist sehr menschenbezogen und vertrauensvoll. Er lässt sich problemlos begrenzen, wehrt sich kaum, was andeutet, dass er Regeln gut akzeptieren mag. Die Motivation bei Futtersuche hält sich in Grenzen. Bugs Bunny frisst gut, ist aber allgemein nicht hoch interessiert am Futter, was sich beim Spiel mit dem Futterbeutel auch zeigt. Genau wie bei den anderen Welpen zeigt er kein Erschrecken oder Weglaufen bei knallenden Geräuschen. Er bewegt den Kopf und will wissen von wo das Geräusch kommt.

Benji, mein Kaiserschnitt-Welpe. Benji ist eine Art Alpha-Tier, der von Anfang an immer der Erste war bei neuen Entdeckungen: er war der Erste aus der Box, der Erste der sich in ein anderes Zimmer traut, der Erste im Garten und auch weit weg von dem Eingang ins Haus, der Erste auf der Treppe oder der Schaukel....Er ist so froh, dass er leben darf. Benji ist sehr neugierig und motiviert beim Spiel oder bei der Futtersuche. Er verwendet Strategien, und kann sie umsetzten. Benji ist explorativ und ziemlich selbstsicher. Er lässt sich begrenzen, kommt vertrauensvoll rüber. Hier heißt es aber auch aufzupassen, dass diese Selbstsicherheit nicht „überschnappt“ und er sein Ding dann wiederum ganz alleine macht.

Jagdtrieb und Erlernen einer Bindung zum Menschen...

Aktuell ist dieser Bouncy ein richtiger Hype geworden um den Hund dann spielerisch auszulasten. Ja es gibt sogar Tiergeschäfte wo er ausverkauft ist und Kunden setzen sich auf Wartelisten um dann schnellst möglichst an dieses furchtbare Ding zu kommen. Hier mal die Beschreibung vom Hersteller:

Der Bouncy ist ein batteriebetriebenes Aktiv-Spielzeug, welches durch eigenständige Bewegung und lustigen Sound Ihren Hund zum Spielen animiert und über Stunden unterhaltsame Beschäftigung bietet.
Der Bouncy ist ein farbenfrohes Plüschfell-Holster mit Coockoo-Augen, Händen und Füßen, der mit einem Klettverschluss versehen ist; den innenliegenden Antrieb können Sie jeder Zeit ein- und ausschalten. Wird der Bouncy aktiviert, legt er sofort los und fängt an zu hüpfen und springen, ein eingebauter Soundchip macht dazu noch lustige Quaselmusik. Er bewegt sich und springt für 20 Sekunden in unterschiedliche Richtungen, bis er scheinbar leblos liegenbleibt.Doch das ist nur eine Pause. Nach einer weiteren Berührung geht der Spass wieder von vorne los. Beschäftigungsintensiv gegen Langeweile durch die Aktivierung des natürlichen Jagdtriebes bei Hunden.

Genau dieser letzte Satz steuert den Hund in Richtung Förderung des Jagdtriebes und  ich rate hier sehr intensiv von solchem Spielzeug ab 😠

Was ist Jagdtrieb?

Hunde jagen, weil es sie glücklich macht. Es ist nämlich selbstbelohnend – so hat es die Natur vorgesehen. Hunde jagen nicht unbedingt, weil sie Hunger haben, sondern weil die Ausschüttung bestimmter Glüchshormone sie in eine Art Glückszustand versetzt. Da wird die ganze Welt rundherum vergessen.

Der Reiz, der das Jagdverhalten auslöst, ist meist ein Gegenstand, oder ein Lebewesen, das durch das Sichtfeld huscht, zumindest wenn der Hund ein Sichtjäger ist. Der Hund kann aber auch auf Nase Beute suchen, und so über den Geruch der Spur dann mal weg sein.

Ich bezweifele ob Beutefang sich abtrainieren läßt besonders beim Labradoodle der ja in den Vorfahren 2 Assistenz- Jagdhunde hat, die darauf gezüchtet wurden, die Beute auf zu suchen und dem Jäger zu apportieren. Aber ein jedes Hundeherrchen sollte sich von Anfang an damit beschäftigen das Jagdverhalten unter KONTROLLE zu kriegen ist.

Lasst eure Hunde anfangs nicht freilaufen, sondern immer mit einer 5m langen Schleppleine. Sie brauchen diese Leine nicht unbedingt in der Hand zu haben sonst würde sie ja nicht „Schleppleine“ heißen. Der Hund sollte sich daran gewöhnen sich in einem Radius von 5 m zu bewegen. Läuft er weiter weg, wird er mit dem Drauftreten des Fußes gestoppt.

Der Labradoodle ist ein eifriger Apportierhund und wird seinen Spaß haben mit Herrchen und Frauchen zu arbeiten, auf Sicht oder auf Nase. Der Futterbeutel stellt hier einen ganz besonderen Reiz dar, weil er gefüllt ist mit Futter oder Leckerlies und so toll riecht. Belohnung kommt dann direkt aus dem Beutel. Es geht aber nicht nur um das Werfen und Zurückbringen des Beutels. Aufbauend gibt es sehr viele Spielmöglichkeiten die den Hund im Kopf auslasten und die Bindung zum Herrchen/Frauchen vertiefen Durch dieses „Spielen“ lernt der Hund dass es weitgehendstes interessanter ist mit dem Menschen unterwegs zu sein.

  • FB werfen, Hund lernt abzuwarten und wird losgeschickt um den FB zu apportieren.
  • FB wird abgelegt, versteckt, Hund wartet ab und auf Kommando sucht er. FB wird bei Dunkelheit gesucht. FB wird im Sand/Schnee vergraben und ausgebuddelt.
  • während dem Spaziergang lässt man den FB fallen, Hund bemerkt es nicht, mit Pfiff und Handzeichen soll der Hund den FB suchen.
  • 2 FB: FB werden in 2 Richtungen geworfen. Losschicken in eine Richtung mit Handzeichen. Dann apportieren des 2. FB in der anderen Richtung
  • Stoppen: FB wird geworfen. Auf Zeichen wird der Hund losgeschickt und dann auf anderes Handzeichen gestoppt. Eventuell hinsetzen und abwarten. 2. FB wird geworfen und apportiert. Dann wird FB 1 geholt
  • Selektion: 2 Gegenstände z.B Ball und FB. Lernen dass man Ball apportiert und nicht nur FB. Aufbauend mit mehreren Objekten die alle dann immer denselben Namen haben

... und hier ist der Kreativität im Spiel keine Grenzen gesetzt.

Dieses Training ist absolut toll und ich habe meine tägliche Freude an meinen Beiden. Auch ist es sehr wichtig, dass das Training anfangs mit Schleppleine gemacht wird, weil der Hund so einfacher gestoppt wird, bei falscher Handlung, oder wenn er es entscheidet nach seinen eigenen Regeln zu spielen.

Heute waren wir recht viel im Garten. Da die Wiese recht matschig ist, wurden allen Wusels hachher die Pfoten abgeduscht. Das lief sehr gut. Keiner hatte Angst... trinken wurde auch geübt. So sind alt wieder um eine Erfahrung reicher