Welpentest

Der Welpentest wurde 2mal durchgeführt, im Alter von 3 und 6 Wochen von meiner Tiertrainerin Sabine Dahlhausen. Ich habe Sabine vor 2 Jahren kennengelernt und ihre Philosophie der Hundeerziehung begeistert mich immer wieder aufs Neue. Bei Sabine habe ich gelernt meine Hunde besser einzuschätzen und dass Erziehung nicht ausschließlich Konditionierung bedeutet... Sitz, Platz, Fuß...sondern ein Prozess der auf beziehungsorientiertem Lernen aufbaut. Insbesondere aber habe ich den Weg gemacht um verständlich mit meinen Tieren zu kommunizieren, sie artgerecht auszulasten sowohl körperlich als auch geistig. An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an Sabine für ihre tolle Arbeit und ihre ruhige überzeugende Art und Weise mir in den Trainingsstunden zu zeigen wie ich mich in der Kommunikation mit meinen Hunden weiterentwickeln kann. Ich bin noch nicht da angekommen wo ich hin will... aber der Weg ist das Ziel!

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Der durchgeführte Welpentest ist eine erste Einschätzung des Temperaments und der Reizverarbeitung der Welpen. Die Welpen werden einzeln gesehen, in einer von ihnen weniger bekannten Umgebung, da man hier ein ganz anderes Verhalten beobachten kann als im Rudel, so wie im  vertrauten Welpenzimmer.

 ONE (rosa Band)

Soziale Orientierung: One ist fremden Menschen gegenüber erstmals zurückhaltend und bevorzugt ihr eigenes Ding zu machen. Sie scheint eher vorsichtig und überlegt wie sie damit klarkommt.

Spielverhalten: Es gibt Ansätze zum Spielverhalten, sie tendiert aber auf andere Reize zu reagieren, lässt sich ablenken.

Assoziationsvermögen (unter einem Becher wird Futter versteckt und beobachtet wie viel Interesse der Welpe zeigt). One versucht an das Futter heran zu kommen und entwickelt Strategien den Becher weg zu schieben. Da es ihr nicht sofort gelingt, legt sie eine Pause ein und beschäftigt sich anderwärts. Ihre Zielstrebigkeit ist eher moderat.

Pflegende Dominanz (Der Welpe wird auf den Boden gedrückt oder fest im Arm gehalten). In dieser Position wehrt One sich anfangs, beruhigt sich dann aber, so dass sie sich unterordnen lässt.

Schmerzempfinden: Beim etwas kräftigen Zwicken ist das Schmerzempfinden moderat. One reagiert darauf, zeigt aber keine Reaktion von Schnappen.

One ist ein Familienhund. Die Besitzer sollen sich bewusst sein, dass sie sehr vorsichtig ist und ihr helfen sich der Welt zu öffnen (Leinenführung, da Leine dem Hund Sicherheit gibt und viel auf dem Arm tragen um Neues kennen zu lernen) One sollte nicht zu viel sich alleine überlassen sein, da sie gerne ihr Ding macht. Sie ist eine ruhige Hündin die erstmals visuell verarbeitet und überlegt. Sie ist kein Draufgänger der sich auf alles stürzt, was mir an dieser Hündin sehr gut gefällt. One ist unserer Familie sehr eng verbunden... alle tendieren diese Hündin zu behalten. Von den 4 ist sie die, die am meisten Körperkontakt sucht, die eng mit dem Rudel Mensch verbunden ist, was darauf schließt, dass sie eine große Bindungsfähigkeit hat und Schutz bei ihrem Herrchen/Frauchen sucht.

 Orea (rotes Band)

Soziale Orientierung: Auch erstmals skeptisch gegenüber Fremden, schaut die fremde Sabine an und kommt dann zu mir mit einem fragenden Blick „Kann ich der vertrauen?“ Sie hat eine große Bindung mir gegenüber und weiß jetzt schon, dass ich ihr den nötigen Schutz vermittele.

Spielverhalten: Orea ist nur mittelmäßig am Spielzeug interessiert. Bei der Aufforderung zum Spielen bleibt sie ruhig und schaut um sich herum. Zeitgleich kommt Wind auf, was sie dann etwas weiter ablenkt und wiederum kommt sie zu mir.

Assoziationsvermögen:  Sie versucht den Becher zu bewegen und leckt die Wiese, imprägniert vom Saft des Fleischbällchens. Das scheint ihr erstmals zu genügen. Schließlich gelingt es ihr den Becher zu kippen, eher zufällig und sie verschlingt den Brocken. Sie hat ein ausgeprägtes Fressverhalten was in der Erziehung von großem Vorteil ist.

Pflegende Dominanz: wehrt sich moderat beim Festdrücken, sie scheint schon irritiert. Sie unterwirft sich dann, zeigt aber kein Knurren oder Schnappen.

Orea ist ein Familienhund der sehr nah an seinem Menschen leben wird, da sie hier den nötigen Schutz bekommt. Orea ist in der Welpengruppe der Explorer. Sie war immer die erste beim Ausprobieren: auf die Liege im Garten steigen, den hinteren Teil vom Garten besuchen, Treppe hoch steigen, in der Hundehütte schlafen...Sie ist eine liebevolle sensible Hündin die sehr neugierig ist, aber am liebsten entdeckt sie die Welt zusammen mit dem vertrauten Zweibeiner. Ähnlich wie One steht sie vertrauten Menschen sehr nah. Sie orientiert sich jetzt schon sehr an ihrem Menschenrudel, ähnlich wie  Papa Felix, der mir gegenüber auch sehr verbunden ist.

Olga (blaues Band):

Soziale Orientierung: Olga zeigt ein sehr entspanntes Verhalten bei der Begegnung mit der Trainerin. Sie ist fremden Menschen gegenüber nicht scheu. Sie ist kontaktfreudig, geht auf Sabine zu und schnüffelt. Sie legt sich auf den Rücken, lässt sich streicheln, bemerkt meine Präsenz kaum und scheint auch nicht den Rest der Rasselbande zu vermissen.

Assoziationsvermögen: Sehr arbeitswillig und zielstrebig um diesen Becher zu verdrücken. Mehrere Strategien werden eingesetzt und wenn es klappt dann auch wiederholt. Es ist wunderbar zu sehen wie schnell lernfähig diese Hündin ist. Auch sie hat ein gutes Fressverhalten, was wiederum zum Vorteil ist um mit ihr zu arbeiten.

Spielverhalten: sie reagiert sofort auf das Spielzeug, beschnuppert und will sich damit beschäftigen. Sie ist neugierig und es macht ihr sichtlich Spaß Neues zu entdecken.

Pflegende Dominanz: eine unterwürfige Hündin die sich drücken lässt. Beim Zwicken in das Hinterbein reagiert sie nicht, das Schmerzgefühl beherrscht sie ohne Piepsen.

 Olga ist offen für die Welt, eine sehr arbeitswillige Hündin mit viel Selbstbewusstsein und Potential sich zu einem Therapiehund zu entwickeln. Sie steht erstmals sehr sicher und souverän da. Allerdings ist es wiederum wichtig für die zukünftigen Besitzer, dass man auf diese Sicherheit ein Auge hält, damit sie nicht ein Übermaß an Sicherheit erwirbt, was wiederum zum Problem in der Hundehaltung werden kann. Olga sollte also konsequent und souverän geführt werden und diese Offenheit für die Welt sollte sich nicht verwandeln in „die Welt gehört mir“

 Olla (grünes Band)

Soziale Orientierung: Ähnlich wie bei Olga sucht Olla die fremde Sabine auf. Auch hier ist Schnüffeln, Ablecken, auf den Schoß klettern, angesagt. Sie zeigt Fremden gegenüber keine Scheu, zeigt Interesse an neuen Begegnungen.Eine aufgeschlossene Hündin

Assoziationsvermögen: Sie ist lernfähig und zielstrebig. Es gelingt ihr sehr schnell den Becher zu kippen und weiß beim zweiten Mal wie sie sich anlegen soll. Sie steckt den Kopf sogar in den Becher rein und zeigt keine Panikreaktion als sie dem Becher nicht sofort los wird. Souverän und gelassen kommt sie an ihr Ziel.

Spielverhalten: sehr interessiert am Neuen und das muss auch sofort ausprobiert werden, da wird nicht lange überlegt! Außenreize spielen dann auch keine Rolle. Die Konzentration geht ganz auf das Spielzeug was vor ihr liegt. Sie ist zielstrebig und selbstbewusst.

Pflegende Dominanz: Olga ist kaum schmerzempfindlich beim Zwicken, und das Festhalten von Sabine nimmt sie hin, sie hat ja Vertrauen.

Ähnlich wie ihre Schwester Olga, blickt Olla souverän und offen in die Welt. Sehr zielstrebig, kontaktfreudig und auf der Suche nach geistiger Förderung. Auch sie wäre als Arbeitshund geeignet.

Die Welpenbesitzer müssen sich aber auch im Klaren sein, dass man mit dieser Hündin konsequent arbeiten muss und sie sollte sich nicht zu viel alleine überlassen sein, sonst könnte sie übermütig werden und alleine entscheiden was dann für sie wichtig ist.